[DE] Konto in Korea: Muss ich mein koreanisches Bankkonto in Deutschland melden?

Koreanisches Bankkonto, CRS und Meldepflicht für Auslandskonten
Koreanisches Bankkonto und Auslandskonto-Meldepflicht im Wohnsitzstaat.

Sie leben in Deutschland und haben weiterhin ein Bankkonto in Südkorea. Vielleicht liegt dort ein Teil Ihrer Ersparnisse auf einem Tagesgeldkonto, Sparbuch oder koreanischen Festgeld.

Dann stellt sich früher oder später eine naheliegende Frage:

„Ab welchem Betrag muss ich mein koreanisches Bankkonto melden?“

Darauf gibt es keine weltweit einheitliche Antwort.

Der häufigste Denkfehler besteht darin, drei unterschiedliche Systeme miteinander zu vermischen: den internationalen CRS-Datenaustausch, die persönliche Melde- oder Steuerpflicht im Wohnsitzstaat und – bei US-Personen – die besonderen Regeln für FBAR und FATCA.

Für Ihr koreanisches Konto ist deshalb nicht irgendeine internationale Standardsumme entscheidend. Zuerst müssen Sie wissen, welche Regeln in Ihrem steuerlichen Wohnsitzstaat für Auslandskonten, ausländische Finanzanlagen und Zinserträge gelten.

CRS und eigene Meldepflicht sind nicht dasselbe

Diese Unterscheidung ist der wichtigste Punkt des gesamten Themas.

CRS: Die Banken tauschen Finanzinformationen aus

CRS (Common Reporting Standard)Gemeinsamer Meldestandard → ein von der OECD entwickeltes System zum automatischen Austausch bestimmter Finanzkontoinformationen zwischen teilnehmenden Staaten.

Finanzinstitute in teilnehmenden Ländern ermitteln dabei unter anderem, ob Kontoinhaber in einem anderen teilnehmenden Staat steuerlich ansässig sind.

Ein koreanisches Bankkonto kann deshalb in den CRS-Datenaustausch einbezogen werden, wenn der Kontoinhaber in einem entsprechenden ausländischen Staat steuerlich ansässig ist und die jeweiligen Voraussetzungen erfüllt sind.

Persönliche Meldepflicht: Ihr Wohnsitzstaat entscheidet

Eine andere Frage lautet:

„Muss ich selbst mein koreanisches Bankkonto melden?“

Darüber entscheidet nicht allein der CRS.

Je nach Land können unterschiedliche Pflichten bestehen. Relevant kann beispielsweise sein,

  • ob das Auslandskonto selbst gemeldet werden muss,
  • ob ausländische Finanzanlagen oberhalb bestimmter Grenzen anzugeben sind,
  • ob Zinserträge aus Korea in die Steuererklärung gehören
  • oder ob mehrere dieser Pflichten nebeneinander bestehen.

Eine allgemeine CRS-Freigrenze für Privatpersonen, unterhalb der weltweit niemand ein Auslandskonto melden müsste, gibt es nicht.

Koreanisches Bankkonto in Deutschland: Die richtige Frage stellen

Wer in Deutschland steuerlich ansässig ist und ein Konto in Korea besitzt, sucht häufig nach:

„Koreanisches Bankkonto Deutschland Meldepflicht“

oder

„Ab welchem Betrag muss ich ein Auslandskonto melden?“

Der richtige Ausgangspunkt ist aber nicht eine vermeintliche internationale CRS-Grenze.

Entscheidend ist zunächst Ihre steuerliche Ansässigkeit und anschließend das dort geltende Steuer- und Melderecht.

Nationalität, tatsächlicher Wohnort und steuerlicher Wohnsitz müssen dabei nicht immer dasselbe sein.

Wer also in Deutschland steuerlich ansässig ist, sollte die deutschen Regeln prüfen. Wer zwar deutscher Staatsangehöriger ist, aber beispielsweise in Singapur, Australien oder Kanada steuerlich ansässig ist, muss dagegen die dort geltenden Vorschriften berücksichtigen.

CRS liefert dafür keine einheitliche persönliche Betragsgrenze.

Die koreanische Bank kennt meine Steuerdaten – muss ich trotzdem selbst etwas tun?

Das ist ein besonders häufiges Missverständnis.

Stellen Sie sich vor, Sie eröffnen bei einer koreanischen Bank ein Festgeldkonto.

Bei der Kontoeröffnung werden Sie nach Ihrem ausländischen steuerlichen Wohnsitz und möglicherweise nach Ihrer TIN (Taxpayer Identification Number) gefragt – also der Identifikationsnummer, mit der eine Steuerbehörde einen Steuerpflichtigen zuordnet.

Schnell entsteht der Gedanke:

„Die Bank hat meine Steuerdaten bereits. Dann muss ich zu Hause nichts mehr angeben.“

Diese Schlussfolgerung ist nicht zwingend richtig.

Die CRS-bezogenen Pflichten der Bank und Ihre persönlichen Steuer- oder Erklärungspflichten sind zwei getrennte Vorgänge.

Die bessere Frage lautet deshalb:

„Was verlangt mein steuerlicher Wohnsitzstaat von mir in Bezug auf dieses koreanische Konto und die daraus erzielten Zinsen?“

Woher kommt dann die Grenze von 250.000 US-Dollar?

Im Zusammenhang mit CRS stößt man gelegentlich auf einen Betrag von 250.000 US-Dollar.

Das führt leicht zu der Annahme:

„Unter 250.000 Dollar wird mein koreanisches Konto nicht relevant.“

Für ein privates Bankkonto ist diese Schlussfolgerung falsch.

Der im CRS-Kontext genannte Betrag betrifft bestimmte bereits bestehende Konten von Rechtsträgern. Er ist keine allgemeine persönliche Freigrenze für Bankkonten natürlicher Personen.

Auch deshalb sollte man aus einzelnen CRS-Beträgen keine persönliche Meldegrenze ableiten.

Warum die US-Grenze von 10.000 Dollar ebenfalls keine Weltregel ist

Ein weiterer Betrag taucht bei der Suche nach Auslandskonten besonders häufig auf:

10.000 US-Dollar.

Diese Grenze gehört zum amerikanischen FBAR und nicht zum CRS.

FBAR (Report of Foreign Bank and Financial Accounts) ist ein US-amerikanisches Meldesystem für ausländische Finanzkonten.

Für eine US-Person gilt grundsätzlich: Überschreitet der zusammengefasste Höchstwert der erfassten ausländischen Finanzkonten irgendwann während des Kalenderjahres 10.000 US-Dollar, kann eine FBAR-Meldepflicht entstehen.

Wichtig ist dabei das Wort zusammengefasst.

Angenommen, eine US-Person besitzt:

  • ein koreanisches Sparkonto,
  • ein koreanisches Festgeldkonto
  • und ein weiteres ausländisches Bankkonto.

Dann wird die 10.000-Dollar-Grenze nicht einfach für jedes Konto einzeln geprüft. Für den Schwellenwert werden die relevanten ausländischen Konten zusammen betrachtet.

Ein koreanisches Festgeld kann deshalb für FBAR relevant werden, obwohl dieses einzelne Konto für sich genommen unter 10.000 US-Dollar liegt.

Für einen in Deutschland steuerlich Ansässigen darf diese US-Grenze jedoch nicht einfach übernommen werden.

FBAR und FATCA sind ebenfalls zwei verschiedene Dinge

Auch FBAR und FATCA werden häufig miteinander verwechselt.

Für bestimmte US-Steuerpflichtige kann zusätzlich Form 8938 – Statement of Specified Foreign Financial Assets relevant sein.

Für qualifizierende Steuerpflichtige, die außerhalb der USA leben, nennt der IRS derzeit folgende Schwellenwerte:

Ledig oder getrennte Veranlagung

  • mehr als 200.000 US-Dollar am Jahresende oder
  • mehr als 300.000 US-Dollar zu irgendeinem Zeitpunkt des Jahres.

Zusammenveranlagte Ehepaare

  • mehr als 400.000 US-Dollar am Jahresende oder
  • mehr als 600.000 US-Dollar zu irgendeinem Zeitpunkt des Jahres.

Diese Grenzen liegen deutlich über der FBAR-Grenze. Trotzdem handelt es sich nicht um dasselbe Meldesystem.

Wer unter US-Regeln fällt, muss FBAR und Form 8938 deshalb getrennt prüfen.

Deutschland, Kanada oder Australien: Warum es keine gemeinsame Grenze geben kann

Viele Länder nehmen am CRS teil.

Daraus folgt aber nicht, dass ihre Einwohner dieselbe persönliche Meldegrenze für Auslandskonten haben.

Wer in Deutschland, Kanada, Australien, Großbritannien, Singapur oder einem anderen Staat steuerlich ansässig ist, muss die dortigen Regeln separat prüfen.

Je nach Land kann die entscheidende Frage ganz unterschiedlich lauten:

Muss das Auslandskonto selbst gemeldet werden?

Müssen die koreanischen Zinsen in der Steuererklärung angegeben werden?

Gibt es zusätzliche Meldepflichten für ausländisches Finanzvermögen?

Gelten mehrere Vorschriften gleichzeitig?

Genau deshalb gibt es keine Zahl, die man als weltweite „Korea-Konto-Freigrenze“ verwenden könnte.

Koreanisches Festgeld und Zinsen: Das ist eine zweite Frage

Noch eine Unterscheidung ist wichtig.

„Muss ich mein koreanisches Bankkonto melden?“

und

„Muss ich die Zinsen aus meinem koreanischen Festgeld versteuern oder erklären?“

sind nicht automatisch dieselbe Frage.

Das Steuerrecht Ihres Wohnsitzstaates kann verlangen, ausländische Zinserträge in der Steuererklärung anzugeben, auch wenn für das Konto selbst keine separate Meldung aufgrund eines bestimmten Kontostands erforderlich ist.

Umgekehrt beantwortet eine Meldepflicht für ein Auslandskonto noch nicht automatisch, wie die daraus erzielten Zinsen steuerlich behandelt werden.

Für einen Anleger mit koreanischem Festgeld sind deshalb drei Fragen voneinander zu trennen:

Auslandskonto melden → koreanische Zinsen erklären → steuerliche Behandlung prüfen.

Die vier häufigsten Fehler bei einem Konto in Korea

CRS mit der persönlichen Meldepflicht verwechseln

CRS organisiert den internationalen Informationsaustausch. Daraus entsteht keine einheitliche persönliche Meldegrenze für alle Staaten.

Die amerikanischen 10.000 Dollar auf Deutschland übertragen

Die FBAR-Grenze ist eine US-amerikanische Regel und keine internationale CRS-Grenze.

Nur auf den Kontostand schauen

Ein koreanisches Konto und die darauf gutgeschriebenen Zinsen können unterschiedliche Steuer- und Erklärungspflichten auslösen.

Davon ausgehen, dass die Meldung der Bank genügt

Dass eine koreanische Bank steuerliche Informationen erhebt oder im Rahmen des CRS meldet, ersetzt nicht automatisch eine Erklärung, die Sie selbst in Ihrem Wohnsitzstaat abgeben müssen.

Bevor Sie größere Beträge auf ein koreanisches Festgeld einzahlen

Wenn Sie weiterhin im Ausland steuerlich ansässig sind und einen größeren Betrag bei einer koreanischen Bank anlegen möchten, prüfen Sie vorher fünf Punkte.

1. Wo bin ich steuerlich ansässig?

Beginnen Sie nicht mit Ihrer Staatsangehörigkeit, sondern mit Ihrer steuerlichen Ansässigkeit.

2. Welche Regeln gelten dort für Auslandskonten?

Suchen Sie bei der zuständigen Steuerbehörde nach Vorgaben für ausländische Bankkonten, ausländische Finanzanlagen und ausländische Zinserträge.

3. Welche Pflichten übernimmt die koreanische Bank über CRS?

Trennen Sie den automatischen Informationsaustausch der Bank von Ihren eigenen Erklärungspflichten.

4. Werden mehrere Auslandskonten zusammengerechnet?

Das kann für bestimmte Meldesysteme entscheidend sein. Beim US-amerikanischen FBAR ist die Zusammenrechnung der relevanten Auslandskonten beispielsweise zentral.

5. Welche Bankunterlagen sollte ich aufbewahren?

Bewahren Sie Kontoauszüge, Jahresendstände, gegebenenfalls Informationen zum höchsten Kontostand sowie Nachweise über gezahlte oder gutgeschriebene Zinsen auf.

Diese Fragen sind hilfreicher als „Wie hoch ist die CRS-Grenze?“

Bevor Sie größere Ersparnisse auf ein koreanisches Konto überweisen, sollten Sie Ihrer Steuerbehörde oder Ihrem Steuerberater konkret fragen:

  • Muss ich mein koreanisches Bankkonto melden?
  • Wird eine mögliche Grenze pro Konto oder für alle Auslandskonten zusammen berechnet?
  • Muss ich Zinsen aus meinem koreanischen Festgeld in der Steuererklärung angeben?
  • Gibt es zusätzliche Meldepflichten für ausländische Finanzanlagen?
  • Welcher Wechselkurs gilt bei der Prüfung eines Schwellenwerts?
  • Welche koreanischen Banknachweise sollte ich aufbewahren?

Diese Fragen führen wesentlich schneller zur richtigen Antwort als die Suche nach einer einzigen weltweiten CRS-Grenze.

Fazit: Für ein koreanisches Bankkonto gibt es keine weltweite Meldegrenze

Es gibt keinen weltweit einheitlichen Betrag, bis zu dem Sie ein koreanisches Bankkonto, Sparkonto oder Festgeld grundsätzlich nicht melden müssen.

CRS regelt den automatischen Austausch bestimmter Finanzkontoinformationen zwischen teilnehmenden Staaten.

Ihre persönliche Melde- und Steuerpflicht richtet sich dagegen nach den Regeln Ihres steuerlichen Wohnsitzstaates.

Für US-Personen zeigen die FBAR-Grenze von 10.000 US-Dollar und die davon getrennten Form-8938-Regeln besonders deutlich, warum diese Systeme nicht miteinander vermischt werden dürfen.

Wenn Sie also Geld auf einem koreanischen Konto halten, beginnen Sie nicht mit der Frage:

„Wie viel darf ich in Korea haben, ohne dass CRS greift?“

Die wichtigere Frage lautet:

„Was muss ich in meinem steuerlichen Wohnsitzstaat über mein koreanisches Bankkonto und die daraus erzielten Zinsen erklären?“

Genau dort finden Sie die für Sie tatsächlich relevante Grenze.

Verwendete Materialien zur Faktenprüfung

  • OECD Common Reporting Standard (CRS)
  • FinCEN FBAR Guidance
  • IRS Form 8938 Guidance
  • IRS-Vergleich von Form 8938 und FBAR
  • Hinweise der koreanischen National Tax Service

Offizielle Quellen

  • OECD
  • Financial Crimes Enforcement Network (FinCEN)
  • Internal Revenue Service (IRS)
  • National Tax Service of Korea

Haftungsausschluss

Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen zu koreanischen Bankkonten, CRS, FBAR, FATCA und der Meldung ausländischer Finanzkonten. Meldegrenzen, Definitionen, Wechselkursregeln und die steuerliche Behandlung unterscheiden sich je nach Staat und persönlicher Situation. Prüfen Sie deshalb vor einer Steuererklärung oder steuerlichen Entscheidung die aktuellen Vorschriften Ihres steuerlichen Wohnsitzstaates.


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