[DE] „Kann ich das Geld vorübergehend auf das Konto eines Bekannten überweisen?“ Warum ausländische Investoren in Korea fremde Konten besser vermeiden sollten
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| Risiken fremder Konten für Investoren in Korea |
Die Gründung einer koreanischen Gesellschaft dauert.
Die Eröffnung eines Investorenkontos dauert ebenfalls.
Und manchmal drängt die Zeit.
Der Immobilienvertrag muss unterschrieben werden, die Anzahlung ist fällig und das eigene Firmenkonto in Korea existiert noch nicht.
In genau diesem Moment hören viele internationale Investoren denselben Vorschlag:
„Überweisen Sie das Geld doch erst einmal auf mein Konto. Später können wir alles problemlos auf Ihr eigenes Konto übertragen.“
Die Idee klingt vernünftig.
Das Geld gehört schließlich Ihnen.
Sie kennen die Person seit Jahren.
Und die Lösung soll nur vorübergehend sein.
Viele Investoren stellen deshalb dieselbe Frage:
„Wenn es mein eigenes Geld ist – warum sollte die Nutzung des Kontos eines Freundes ein Problem sein?“
Stellen Sie sich folgende Situation vor.
Ein ausländischer Unternehmer möchte kurzfristig eine Gewerbeimmobilie in Seoul erwerben. Die Frist läuft in wenigen Tagen ab, das koreanische Firmenkonto ist jedoch noch nicht eröffnet.
Ein langjähriger Geschäftspartner bietet Hilfe an und erklärt sich bereit, die Investitionssumme vorübergehend auf seinem Privatkonto zu verwalten.
Das Geld wird überwiesen.
Einige Monate später fordert die Bank plötzlich zusätzliche Unterlagen über die Herkunft und den wirtschaftlichen Eigentümer der Mittel an.
Was ist passiert?
In vielen Fällen geht es nicht um fehlendes Vertrauen.
Das Problem besteht darin, dass das koreanische Finanzsystem auf nachprüfbarer rechtlicher Identität basiert – nicht auf privaten Absprachen.
[Official Guidance]
Südkorea betreibt ein Finanzsystem auf Grundlage des Realnamenprinzips.
Finanzinstitute sind verpflichtet, ihre Kunden zu identifizieren und Sorgfaltspflichten gegenüber Kunden einzuhalten.
Das Gesetz über Finanztransaktionen unter echtem Namen und Vertraulichkeit verbietet bestimmte Finanztransaktionen unter fremdem Namen, insbesondere wenn dadurch illegale Vermögenswerte verschleiert, Geldwäsche betrieben, Zwangsvollstreckungen umgangen oder Steuern hinterzogen werden sollen.
Verstöße können mit Freiheitsstrafen von bis zu fünf Jahren oder Geldstrafen von bis zu 50 Millionen Won geahndet werden.
[Executive Commentary]
Viele ausländische Investoren denken zunächst:
„Das Geld stammt legal von mir. Es sollte keine Rolle spielen, über welches Konto es vorübergehend läuft.“
Die offiziellen Regeln sehen dies anders.
Banken bewerten Transaktionen nicht auf Grundlage persönlicher Beziehungen oder gegenseitigen Vertrauens.
Entscheidend sind:
- dokumentiertes Eigentum;
- die überprüfte Identität der Beteiligten;
- der Zweck der Transaktion.
Sobald Investitionsgelder unter dem Namen einer anderen Person geführt werden, können zusätzliche rechtliche, steuerliche und bankaufsichtsrechtliche Fragen entstehen.
Warum fremde Konten auch steuerliche Risiken schaffen können
[Official Guidance]
Nach dem koreanischen Rahmensteuergesetz kann die Steuerbehörde das Prinzip der wirtschaftlichen Betrachtungsweise anwenden.
Wenn nomineller Eigentümer und tatsächlicher Eigentümer voneinander abweichen, können Steuern gegenüber der Person festgesetzt werden, die wirtschaftlich als tatsächlicher Eigentümer der Einkünfte, Vermögenswerte oder Transaktion angesehen wird.
[Executive Commentary]
Hier entsteht ein weiteres häufiges Missverständnis.
Manche Investoren gehen davon aus:
„Wenn das Konto auf den Namen einer anderen Person lautet, trägt diese Person auch die steuerlichen Folgen.“
Die koreanischen Steuerbehörden können dies anders beurteilen.
Sie können prüfen,
- wer die Mittel tatsächlich kontrolliert hat,
- wer den wirtschaftlichen Nutzen erhalten hat,
- und wer hinter der Transaktion tatsächlich stand.
Mit anderen Worten:
Ein fremdes Konto trennt einen Investor nicht automatisch von zukünftigen Steuerpflichten.
Gerade diese Annahme überrascht viele internationale Investoren.
Der eigentliche Fehler liegt oft woanders
[Official Guidance]
Koreanische Finanzinstitute verschärfen fortlaufend ihre Verfahren zur Kundenidentifikation und Geldwäscheprävention.
Bei größeren grenzüberschreitenden Transaktionen können zusätzliche Nachweise über Eigentum und Herkunft der Mittel verlangt werden.
[Executive Commentary]
Der häufigste Fehler besteht nicht darin, ein Konto zu spät eröffnet zu haben.
Der häufigste Fehler besteht darin, ein administratives Problem durch eine informelle Lösung beheben zu wollen.
Viele Investoren fragen:
„Wie kann ich das Geld möglichst schnell nach Korea bringen?“
Die wichtigere Frage lautet häufig:
„Wie kann ich die Mittel von Anfang an unter meiner eigenen überprüfbaren rechtlichen Identität transferieren?“
Für international tätige Investoren kann eine saubere Kontostruktur von Beginn an spätere rechtliche und steuerliche Schwierigkeiten vermeiden.
Denn im koreanischen Finanzsystem zählt am Ende nicht, wem das Geld nach eigener Einschätzung gehört.
Entscheidend ist, ob Eigentum, Identität und Mittelherkunft nachvollziehbar dokumentiert werden können.
Begriffserklärungen
Realnamenprinzip: Finanztransaktionen müssen grundsätzlich unter dem tatsächlichen Namen des wirtschaftlich Berechtigten erfolgen.
Wirtschaftliche Betrachtungsweise: Steuerbehörden können prüfen, wer wirtschaftlich tatsächlich hinter einer Transaktion steht – unabhängig vom Namen auf dem Konto.
AML (Anti-Money Laundering): Maßnahmen zur Bekämpfung von Geldwäsche und zur Überprüfung verdächtiger Finanztransaktionen.
Implementation Date
Gesetz über Finanztransaktionen unter echtem Namen und Vertraulichkeit sowie die damit verbundenen Sorgfaltspflichten der Finanzinstitute – Rechtsstand Juni 2026.
Fact-Check Materials Used
- Act on Real Name Financial Transactions and Confidentiality
- Framework Act on National Taxes
- AML-Leitlinien der Korea Financial Intelligence Unit
- Leitlinien zur Kundenidentifikation von Finanzinstituten
Official Sources
- Financial Services Commission
- Korea Financial Intelligence Unit (KoFIU)
- Act on Real Name Financial Transactions and Confidentiality
- Framework Act on National Taxes
Disclaimer
Dieser Beitrag ist ein Vorab-Leitfaden auf Grundlage öffentlich zugänglicher offizieller Materialien koreanischer Regierungsstellen.
Er soll Interessierten helfen, die Struktur des Systems vor Gesprächen mit Fachleuten besser zu verstehen.
Der Beitrag stellt keine Rechts-, Steuer-, Bank- oder Anlageberatung dar.
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